Gastbeitrag: Ein starkes Passwort zum Schutz Ihrer Online-Identität

Passwort

„Das Internet ist für uns alle Neuland“ – Ein Satz von Angela Merkel, der vor ein paar Jahren für großes Gelächter gesorgt hat. Doch Fakt ist: Die meisten Nutzer kennen sich auch 2020 nicht wirklich gut mit dem Internet aus und unterschätzen die Wichtigkeit eines starken Passwortes. Das Internet ist jedoch der perfekte Ort für Kriminelle, um persönliche Daten zu erhaschen. Das gilt besonders für sensible Informationen wie Bankdaten.

Kriminelle nutzen gewisse Programme, die unzählige Kombinationen von Buchstaben und Zeichen ausprobieren, um Ihr Passwort zu knacken. Verwenden Sie also ein einfaches Passwort, im schlimmsten Fall auch noch mehrmals, so haben Betrüger ein leichtes Spiel.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, welche Fehler Sie bei der Passwortwahl unbedingt vermeiden sollten und welche praktischen Passwort-Tools Sie verwenden können, um sichere Passwörter zu generieren und zu verwalten.

Das sollten Sie bei der Passworterstellung vermeiden

Ein einfaches Passwort bietet Ihnen keinen Schutz vor Online-Kriminalität. Viele Nutzer machen aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit häufig die selben Fehler.

Damit Sie kein Opfer von kriminellen Machenschaften werden, verwenden Sie bei der Passworterstellung niemals Buchstabenreihen oder Tastaturmuster. Diese Passwörter kann jeder in sekundenschnelle knacken.

Sie sollten außerdem Wiederholungen vermeiden und niemals dasselbe Passwort für mehrere Webseiten nutzen. So machen Sie es Betrügern besonders einfach, auf gleich mehrere Ihrer Konten zugreifen zu können.

Vermeiden Sie außerdem, Ihr Passwort niederzuschreiben. Dabei ist es egal, ob Sie es auf ein Blatt Papier schreiben oder in einer Word Datei abspeichern. Solange Sie Ihr Passwort nicht in einem Safe verschließen können, gibt es immer eine Möglichkeit für einen Fremden in irgendeiner Art an Ihr Passwort zu gelangen.

Kriterien für ein starkes Passwort

Um Alternativen zu diesen unsicheren Passwörtern zu finden, gibt es ein paar Kriterien, die Sie bei der Passworterstellung beachten sollten.

Die erste und fast schon wichtigste Regel bei der Passworterstellung ist die Verwendung von mindestens 10 Zeichen, idealerweise verwenden Sie sogar 12.  Je länger Ihr Passwort, desto sicherer ist es. Ziehen Sie auch Groß- und Kleinschreibung, sowie Sonderzeichen mit ein. Dies macht Ihr Passwort komplizierter und schützt vor maschinellen Angriffen, die auf Logik basieren.

Sie sollten außerdem auf eine unlogische Reihenfolge der Buchstaben oder Wörter setzen. Hier gilt: Je unlogischer die Reihenfolge, desto schwieriger ist es, das Passwort zu erraten.

Damit Sie sich aber selbst all Ihre Passwörter merken können, verwenden Sie einen Passwort-Manager. Dieser sichert all Ihre Passwörter für verschiedene Webseiten und sie selbst müssen sich nur noch das Master-Passwort merken. Somit müssen Sie keines Ihrer Passwörter niederschreiben und Sie können für jede Website ein kompliziertes, individuelles Passwort erstellen.

Im nächsten Abschnitt erkläre ich Ihnen, wie Sie in nur wenigen Schritten solch ein Master-Passwort erstellen können.

So merken Sie sich Ihre Passwörter

Schritt 1: Verwenden Sie nur den ersten Buchstaben von einem Merksatz: Mit dieser Eselsbrücke können Sie sich Ihr Passwort ganz einfach merken.

Beispiel: Ich gehe gerne Wandern Schwimmen Laufen aber Krafttraining mag ich nicht: Daraus ergibt sich folgendes Passwort:  I g g W S L a K m i n

Schritt 2: Fügen Sie Sonderzeichen ein: Um das Passwort noch stärker zu machen, sollten Sie noch Sonderzeichen hinzufügen.

Zum Beispiel so:  I 9 9 W $ L a K m 1 n *

Wählen Sie Zahlen oder Sonderzeichen aus, die den entsprechenden Buchstaben ähnlich sehen, wie beispielsweise eine „9“ für ein „g“, eine „1“ für ein „i“ oder ein „$“ für ein „s“. Wichtig ist: Wählen Sie für jeden Dienst, den Sie verwenden, ein neues Passwort. So machen Sie es Hackern schwer, gleich auf mehrere Ihrer Konten zugreifen zu können.

Verwendung von Passphrasen

Eine Passphrase besteht aus mehreren Wörtern, die Sie sich ganz einfach merken können. Dabei sollten Sie mindestens vier Wörter benutzen und Zahlen sowie Sonderzeichen mit einbeziehen. Vermeiden Sie dabei häufig verwendete Wörter wie „hallo“ oder bekannte Sprichwörter.

Eine Passphrase könnte ungefähr so aussehen: IcHgehegerne!WAnd3RN!Schwimm3n_#Laufen

Leider limitieren einige Webseiten die Zeichenanzahl bei der Passworterstellung. Daher können Sie diese Variante leider nicht bei jedem Anbieter verwenden.

Passwort-Manager

Damit Sie nicht die Gefahr laufen, dieses Passwort zu vergessen, sollten Sie sich einen Passwort-Manager zulegen. Dieser hilft Ihnen dabei, all Ihre Passwörter zu verwalten, indem Sie diese in einer Datenbank abspeichern und das Ganze dann mit einem Master-Passwort sichern.

Dieses Master-Passwort sollte so lang und kompliziert wie möglich sein, schließlich befinden sich all Ihre Passwörter in dieser Datenbank. Sie sollten es nirgends niederschreiben, müssen es sich aber wirklich gut merken.

Der Vorteil: Sie müssen sich nur noch dieses eine Passwort merken.

Achten Sie bei der Wahl des Passwort-Managers auf die 2-Faktor-Authentifizierung, um zu gewährleisten, dass kein Fremder Zugriff darauf hat. Ihnen wird dabei zur Verifizierung ein Code per SMS an Ihr Smartphone gesendet.

Fazit: Starke Passwörter sind der Schlüssel für Ihre Sicherheit

Da das Internet für die meisten unter uns in der Tat absolutes Neuland ist, sollten Sie die Wichtigkeit eines starken Passwortes, eines VPNs und anderen Sicherheitsmaßnahmen niemals unterschätzen. Es hilft Ihnen dabei, sich vor den kriminellen Machenschaften zu schützen und Ihre persönlichen Daten zu sichern.

Damit Ihr Passwort auch stark und sicher ist, sollten Sie:

1.     Für jeden Dienst ein neues und sicheres Passwort erstellen – idealerweise nutzen Sie dafür einen Passwortgenerator.

2.     Ihr Passwort niemals auf einem Zettel oder in einem Word Dokument niederschreiben – nutzen Sie stattdessen einen Passwort-Manager.

Autor: Alexander Baetz – PrivacyTutor

Featured image “unsicheres Passwort” by Tim Reckmann is licensed under CC BY 2.0.

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